Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

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Uncoolman
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Uncoolman »

Auch privat tut man viele Dinge nicht, die eigentlich längst erledigt sein müssten: Die Steuererklärung, die Fenster putzen, die Socken sortieren, den Kühlschrank abtauen... Ich nehme an, das ist eine sehr menschliche Eigenschaft. Erst, wenn die Bude brennt, denkt man daran, dass man seine persönlichen Unterlagen VORHER hätte bereitlegen können. Ebenso wie mit Patientenverfügungen oder wenn der Kühlschrank streikt...

Nebenbei: hätte man mehr in die Eisenbahn investiert, hätten wir jetzt nicht Millionen von Stink-LKWs. Mit dem Stromnetz ALLEINE ist das Versäumnis nicht zu erklären. Wenn Brücken oder Schulen marode sind, muss man sie schlimmstenfalls abreißen und neu bauen, was IMMER teurer und schädlicher ist als die Instandhaltung (was schon da ist, ist halt da). Und da - wie privat auch - alles zur selben Zeit kaputtgeht, haben wir nun extra viel gleichzeitig zu stemmen. Ach ja: Libanon, Gaza, Iran, Afghanistan sind jetzt so ziemlich völlig kaputt: man muss ganze Länder wieder neu aufbauen und Betonherstellung ist die größte Weltsünde überhaupt...
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Simon
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Simon »

Vermutlich hast du Recht und die Mehrheit der Menschen ist nicht in der Lage, das Große Ganze zu betrachten. Fakten sind nicht so wichtig wie Gefühle. Es setzt sich derjenige oder diejenige durch, der oder die die Gefühle der Mehrheit am besten steuert.
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Hans
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Hans »

Simon hat geschrieben: 19.03.2026, 23:01 Vermutlich hast du Recht und die Mehrheit der Menschen ist nicht in der Lage, das Große Ganze zu betrachten.
Ja, warum schließen sich nicht alle Menschen einfach denjenigen an, die offenbar davon ausgehen, das große Ganze zu betrachten/zu kennen? Womöglich gibt es, neben den vielen irrationalen und auch subjektiven Bestrebungen auch einfach unterschiedliche Interessen, welche die gleiche Berechtigung haben können?

Ich persönlich finde es zum Beispiel problematisch, für große Windkraftanlagen alte Wälder abzuholzen (ich bin kein Windkraftgegner, nur nach vorsichtiger Abwägung bin ich für mich der Meinung, dass Naturschutz hier höher wiegt und auf lange Sicht mehr bringt als kurzfristige Profite und regenerativ erzeugter Strom. Ich kann aber verstehen, dass andere Menschen das anders sehen - das macht meine oder deren Meinung nicht mehr oder weniger berechtigt).

Ähnliches gilt für Anlagen auf offener See, die offenbar wesentlich stärkere Auswirkungen auf die Ökosysteme haben, als man mal angenommen hat (z.B. deutlich veränderte Meeresströmungen (was soll schon schiefgehen) - https://www.forschung-und-wissen.de/nac ... -133711035 ).
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mudge
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von mudge »

Die Betrachtung eines "großen Ganzen" empfinde ich ähnlich des englischen Ausspruchs:
"Be careful, what you wish for".
Sollte der Ursprung tatsächlich bei Aesop liegen, könnte das, möglicherweise, so falsch nicht sein.
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Simon
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Simon »

Hans hat geschrieben: 20.03.2026, 20:18
Simon hat geschrieben: 19.03.2026, 23:01 Vermutlich hast du Recht und die Mehrheit der Menschen ist nicht in der Lage, das Große Ganze zu betrachten.
Ja, warum schließen sich nicht alle Menschen einfach denjenigen an, die offenbar davon ausgehen, das große Ganze zu betrachten/zu kennen? Womöglich gibt es, neben den vielen irrationalen und auch subjektiven Bestrebungen auch einfach unterschiedliche Interessen, welche die gleiche Berechtigung haben können?
Ich sehe auch, dass es zu jedem Punkt ein für und wider gibt und "das große Ganze" war von mir in einen sehr dummen Zusammenhang gerückt.

Worum es mir geht: Ich habe mich auf ein paar Punkte konzentriert, die ich versucht habe, nicht zu weit und nicht zu eng zu fassen, bei denen ich stark das Gefühl (!) habe, dass es stimmt und von ausreichend Fakten belegt ist. Weil ich es so logisch finde, kann ich nicht verstehen, warum es nicht umgesetzt wird (und anscheinend auch keine Mehrheit findet). Von dir kam ein passender Einwand, den ich auch nachvollziehen kann, den ich aber nicht als ausschlaggebend ansehe (warum habe ich geschrieben).

Aber als Uncoolman dann überspitzt vom Fensterputzen und den Klimafolgen der Kriege gesprochen hat, habe ich mich erstmal verarscht gefühlt und dann überlegt, warum wir so aneinander vorbeireden. Dann habe ich mir die alten Beiträge durchgelesen. Dort bin ich dann auch über die Formulierung von Uncoolman gestolpert, dass kaum einer das große Ganze überblickt. Stand dort in anderem Kontext, aber für mich hat es dann zu einer in dem Moment (war schon spät) für mich ausreichenden Erklärung geführt...
Hans hat geschrieben: 20.03.2026, 20:18 Ich persönlich finde es zum Beispiel problematisch, für große Windkraftanlagen alte Wälder abzuholzen (ich bin kein Windkraftgegner, nur nach vorsichtiger Abwägung bin ich für mich der Meinung, dass Naturschutz hier höher wiegt und auf lange Sicht mehr bringt als kurzfristige Profite und regenerativ erzeugter Strom.
Hier bin ich deiner Meinung.
Hans hat geschrieben: 20.03.2026, 20:18Ich kann aber verstehen, dass andere Menschen das anders sehen - das macht meine oder deren Meinung nicht mehr oder weniger berechtigt).
Hiermit habe ich Schwierigkeiten. Wenn Fakten eindeutig für etwas sprechen, finde ich, dass diese mehr wiegen sollten, als Meinungen. Und gerade von Politikern erwarte ich, dass sie soweit möglich auf Fakten basierend agieren. Klar ist das schwierig und es können immer auch Fehleinschätzungen getroffen werden. Leider habe ich zuletzt bei einigen Politikern immer mehr Zweifel daran, dass sie Entscheidungen treffen, die der Allgemeinheit nutzen, sondern eher Entscheidungen die Ihnen nutzen oder gefallen, aber womöglich nicht mit Fakten vereinbar sind.
Hans hat geschrieben: 20.03.2026, 20:18 Ähnliches gilt für Anlagen auf offener See, die offenbar wesentlich stärkere Auswirkungen auf die Ökosysteme haben, als man mal angenommen hat (z.B. deutlich veränderte Meeresströmungen (was soll schon schiefgehen) - https://www.forschung-und-wissen.de/nac ... -133711035 ).
Interessanter Artikel, der auch gleich einen Lösungsvorschlag liefert. Wenn sich das bestätigen bzw. nicht widerlegen lässt, fände ich auch hier problematisch, nicht der Empfehlung zu folgen.
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mudge
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von mudge »

Bevor ich pennen geh, Simon und Hans: Wir sind *noch* keine Bots und
können das, was *wirklich* gut ist: Diskutieren.

Euch beiden ein feines Wochenende - und darüber hinaus. Clover! :)
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Gerrit »

mudge hat geschrieben: 20.03.2026, 22:44 Bevor ich pennen geh, Simon und Hans: Wir sind *noch* keine Bots und
können das, was *wirklich* gut ist: Diskutieren.

Euch beiden ein feines Wochenende - und darüber hinaus. Cl :D over! :)
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Hans »

mudge hat geschrieben: 20.03.2026, 22:44 Bevor ich pennen geh, Simon und Hans: Wir sind *noch* keine Bots und
können das, was *wirklich* gut ist: Diskutieren.

Euch beiden ein feines Wochenende - und darüber hinaus. Clover! :)
Ich glaube, Bots können auch gut diskutieren. Aber, was sie wirklich nicht können: Spaß dabei empfinden (oder Bereicherung, oder manchmal auch Ärger :-) ). Von mir auch ein schönes Wochenende!
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Uncoolman
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Re: Und die Ölindustrie macht dann zum Schluss das Licht aus.

Beitrag von Uncoolman »

Hier gibt es einen Arte-Beitrag über Frachtsegler, von denen einige Prototypen unterwegs sind. Sehr optimistischer Grundtenor.

https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptw ... uLewrd.mp4
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