Seite 3 von 3

Verfasst: 07.06.2006, 10:05
von Fightmeyer
Bei mir ist es eigentlich folgendes Problem: Ich habe früher auch gerne Adventures gespielt und mich stundenlang mit Indy und Co. beschäftigt. Aber im Laufe der Zeit, wird auch die Zeit, die man für Spiele etc erübrigen kann knapper. Dann ist es natürlich wesentlich schwieriger einer langen und komplexen geschichte dauerhaft zu folgen, wenn man mal eben nur 30 Minuten spielt. Für mich sind daher Shooter mittlerweile die erste Wahl, weil sie kurzzeitige Zerstreuung bieten und das genau das ist, was ich nach der Arbeit brauche. So geht es vielleicht einigen der "älteren" Generation, die noch mit Adventures aufgewachsen sind. Für neue Spieler sind Adventures im klassischen Sinne wohl oft optisch zu angestaubt und daher sofort uninteressant. Logische Konsequenz ist dann natürlich das Crossing von Spielelementen aus diversen Genres und Adventures, um sowohl die alten Zocker zu bedienen, als auch neue zu gewinnen. Ich vermute also, daß die Zukunft eher stark in diese Richtigung gehen wird und die klassischen Point&Click Adventures immer mehr ein Nischen-Dasein fristen werden. Sicherlich wird es auch da immer wieder mal Highlights geben, aber die eigentliche Glanzzeit des klassischen Adventures ist vorbei.

Verfasst: 07.06.2006, 15:27
von DieFüchsin
wie heißts so schön: "the good die young" ;)

Verfasst: 07.06.2006, 16:36
von axelkothe
Fightmeyer hat geschrieben:Dann ist es natürlich wesentlich schwieriger einer langen und komplexen geschichte dauerhaft zu folgen, wenn man mal eben nur 30 Minuten spielt. Für mich sind daher Shooter mittlerweile die erste Wahl, weil sie kurzzeitige Zerstreuung bieten und das genau das ist, was ich nach der Arbeit brauche.
Komischerweise bewegt sich die Spieleindustrie aber genau von solchen Spielen weg. Klassische 2D-Shooter, Jump'N Runs Beat'em Ups usw., die man alle man kurz einlegen und spielen kann, sind am aussterben, stattdessen werden 20h Action-Adventure-Monster mit durchgängiger Storyfortführung entwickelt. Deiner Argumentation nach dürften gerade diese Spiele keinen Erfolg haben...

Verfasst: 07.06.2006, 16:43
von Fightmeyer
???? Welche Spiele sollen denn das sein? Splinter cell? Half Life 2? Mag ja sein, daß die im Hintergrund da irgendwo ne Story haben, aber die kann man doch getrost ignorieren und kommt trotzdem jederzeit wieder rein. Bei nem Adventure sieht das anders aus.
Mir fällt zumindest kein Actionspiel oder Shooter ein, welches es zwingend erforderlich macht, der Story zu folgen. Wenn dem so wäre, hätte ich die letzten Monate/Jahre wohl wesentlich weniger Spiele durchspielen können.

Verfasst: 07.06.2006, 16:45
von DieFüchsin
ich finde, storys in shootern sind wohl noch immer nur nettes beiwerk. in serious sam hat sie mich nur genervt. von einer geschichte in den bann gezogen wurde ich in einem richtigen shooter noch nie.

Verfasst: 07.06.2006, 17:45
von Minsc
Shoba hat geschrieben:Was RPG'S angeht .... Minsc, wieso machst du dir da sorgen? Neverwinter Nights 2 sollte für Monate reichen :3. Und falls dir Gameplay nicht sooo wichtig ist solltest du vielleicht auch mal den Storyintensiveren Konsole RPGs wie Xenosaga oder Shadow Hearts eine Change geben.
Hmm an NWN 2 hab ich gar nicht gedacht, stimmt.

Eine Konsole habe ich nicht - und der Trend geht ja ansonsten scheinbar mehr Richtung Online-RPG :(

Verfasst: 08.06.2006, 08:04
von Hans
DieFüchsin hat geschrieben:ich finde, storys in shootern sind wohl noch immer nur nettes beiwerk. in serious sam hat sie mich nur genervt. von einer geschichte in den bann gezogen wurde ich in einem richtigen shooter noch nie.
Naja, SS als Argumentationspunkt bei einer Diskussion über Geschichten bei Shootern zu nehmen, ist auch nicht sehr geschickt. Hast du z. B. Max Payne gespielt? Sehr spannender Handlungsverlauf, ohne den das Spiel meiner Meinung nach wesentlich langweiliger gewesen wäre. Sicherlich muss man der Story nicht folgen, aber sie macht ein Spiel doch wesentlich interessanter.

Verfasst: 08.06.2006, 09:01
von dtp Chris
Die Spieleindustrie steckt momentan in einer Krise. Wirklich profitabel verkaufen sich nur noch einige wenige Brands. Die Folge: Die alteingesessenen Pubisher suchen händeringend nach einfachem Content, mit dem sie schnell und - vermeintlich - ohne großen Aufwand und Investitionen Geld machen können.
dtp hat gezeigt, dass man mit Adventures durchaus - wenn auch im vergleichsweise bescheidenen Rahmen - Geld machen kann. Das haben auch andere gemerkt, siehe die Meldungen, dass Frogster Sherlock 3 macht und CDV Jack Keane.
Es springen also wieder mehr Publisher auf den Adventurezug auf, aber das bedeutet - leider - nicht automatisch, dass die Adventures sich zu einem neuen Siegeszug aufmachen.
Fakt ist, dass sie eine Nische bleiben werden. Das Gameplay von Adventures ist einfach zu beschränkt, um eine moderne, breite Zielgruppe anzusprechen. Klar sind breite Bevölkerungsschichten (Frauen, Menschen über 35) noch nicht wirklich erschlossen, und hier liegt noch viel Potenzial für die Adventures. Die Hauptkäuferschft von Games sind aber die 15-29-Jährigen, und die kommen meistens bei Adventures nunmal schnell ins Gähnen.
Vielen ist auch nicht zu vermitteln, warum sie für 15 Stunden Pointen und Clicken genausoviel zahlen sollen, wie für 120 oder mehr Stunden Gameplay à la Oblivion. Momentan funktioniert das noch, aber ich befürchte, die Bombe wird irgendwann platzen.
Ob nun heutige Adventures kürzer, einfacher oder was weiß ich sind als die alten, sei mal dahingestellt - Fakt ist, dass es heute nicht mehr rentabel ist, Millionenbudgets zur Entwicklung eines Adventures aufzufahren wie damals. Und deshalb bleiben Adventures eben auch in ihren "Production Values" limitiert. Wer mehr Geld reinsteckt, geht ein extrem hohes Risiko ein. Womit wir wieder bei der Frage wären, warum LA Sam & Max gecancelt hat...

Verfasst: 08.06.2006, 09:36
von Grappa11
dtp Chris hat geschrieben: Fakt ist, dass sie eine Nische bleiben werden. Das Gameplay von Adventures ist einfach zu beschränkt, um eine moderne, breite Zielgruppe anzusprechen.
das denke ich auch, allerdings kann man doch davon ausgehen, dass die (meisten der) Leute, die heute noch Adventures spielen, das auch noch in 5, 10 oder gar 15 Jahren tun werden. Sozusagen ein kleiner, aber fester Käuferkreis, oder sehe ich das falsch? Wenn dem jedenfalls so ist, kann man zwar,wie Du ja richtig sagst, nicht erwarten, dass man hunderttausende Euro für ein Spiel locker machen kann, da es sich einfach nicht rechnen würde, aber man zumindest eine Art Planungssicherheit dadurch erlangen kann. Ich vermute, dass es für einen Adventure-Publisher "einfacher" ist in Erfahrung zu bringen, wieviel ein Produkt in der Herstellung kosten darf, damit man damit auch noch Geld verdienen kann. Ich schätze in keinem anderen Genre lassen sich die Verkaufszahlen so präzise "berechnen" wie bei Spielen unseres Lieblingsgenres, oder?

Verfasst: 08.06.2006, 17:22
von Fightmeyer
Hans hat geschrieben:
DieFüchsin hat geschrieben:ich finde, storys in shootern sind wohl noch immer nur nettes beiwerk. in serious sam hat sie mich nur genervt. von einer geschichte in den bann gezogen wurde ich in einem richtigen shooter noch nie.
Naja, SS als Argumentationspunkt bei einer Diskussion über Geschichten bei Shootern zu nehmen, ist auch nicht sehr geschickt. Hast du z. B. Max Payne gespielt? Sehr spannender Handlungsverlauf, ohne den das Spiel meiner Meinung nach wesentlich langweiliger gewesen wäre. Sicherlich muss man der Story nicht folgen, aber sie macht ein Spiel doch wesentlich interessanter.
Interessant. Das ist beispielsweise genau eines dieser Spiele, die ich oben meinte. Man kann sich einfach nur ein paar Minuten mit beschäftigen und kommt jederzeit wieder rein. Ich hab um ehrlich zu sein, die Cutscenes generell weggeklickt, weil mich die Story überhaupt nicht weiter interessiert hat. Im Gegenteil, die Comics zwischendurch haben mich tierisch genervt.
Es ist aber wie gesagt wesenltich einfacher, sich mal kurz damit zu beschäftigen, als mit nem Adventure.