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Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 11:59
von DavidMcNamara
Joey hat geschrieben: ↑26.03.2026, 23:15
Kann man wirklich von Menschen, Individuen, erwarten, ein vollkommen fremdbestimmtes Leben zu leben für etwas, das für sie eher ein abstrakter Gedanke ist, als ein reales Ziel?
Und wäre es letztendlich wirklich der Mission dienlich, wenn irgendwann die dritte Generation nur noch widerwillig überhaupt irgend etwas tun würde? Wenn überhaupt. Wenn alle nur noch unglücklich wären und mehr funktionieren als leben würden? Was ist, wenn dann etwas Unvorhergesehenes passiert? Wie könnte man damit dann adäquat umgehen, wenn der gesamten Bevölkerung das eigene und freie Denken abtrainiert wurde? Und 80% der Leute in einem Job arbeiten, der ihnen vielleicht überhaupt nicht liegt?
Wie man wohl gemerkt hat... Ich habe mich für die Abstimmung und die volle Wahrheit entschieden.
Ich habe mich ebenfalls für die Abstimmung entschieden - wenn auch mit einem flauen Gefühl im Magen. Aber letztendlich hat sich bei mir die Besatzung - wie erhofft - für eine Fortsetzung der Mission entschieden

Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 14:18
von Uncoolman
Umkehren auf halbem Wege? Warum, wenn man die Wahl hat zwischen einem möglichen Neuanfang und einem kläglichen Ende? Das ergibt nur Sinn, wenn der Zielplanet sich zum leben als ungeignet erweist, was hoffentlich vorher abgeklärt wurde... Umkehren dauert länger als die bisherige Hinreise, weil man ja ABBREMSEN, drehen und wieder auf's alte Tempo beschleunigen muss, um dann erneut bei der Erde abzubremsen. Die jetzige Generation wird das nicht mehr erleben, wenn man 30 Jahre (?) bisheriger Flugzeit annimmt.
Wenn man Starthilfe hatte (die man abkoppelt, ähnlich wie Booster), hat das Schiff jetzt nur Treibstoff für einmal abbremsen. Beim Umkehren braucht es diese Menge dreimal.
Da ich so ein Szenario dutzendmal durchgerechnet habe, ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht das gesamte Schiff abgebremst werden kann. Sondern es wird ein Modul zum Landen abgesprengt, mit den wichtigsten Mitteln und Hilfen für eine Besiedelung. Der Großteil des Schiffes wird nicht mehr gebraucht und ist verloren. Man bedenke, wie wenig von einer Saturn V zurückgekommen ist - die Physik ändert sich ja nicht...
Außer, man hat den unmöglichen Zauberantrieb erfunden, der in eine Mikrowelle passt und alle Impulsgesetze außer Kraft setzt (wie in Star Trek...)
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 17:07
von Joey
Loma hat geschrieben: ↑27.03.2026, 08:26
Bei Elliot scheint die Erziehung ja grundsätzlich funktioniert zu haben, (zumindest bei mir) freut er sich auf seine Rolle als Navigator und fällt damit gewissermaßen dem Vater in den Rücken.
Elliot war der kranke Junge, oder? Ich habe ein schauderhaftes Namensgedächtnis. Was das Spielen nicht gerade leichter gemacht hat.
Aber hatte der Junge nicht Stelle total bewundert, weil er so gerne auch mal Chief of Security werden würde? Er ist also mit dem ihm zugewiesenen Beruf auch nicht 100% glücklich. Aber dennoch von der Mission an sich vollkommen überzeugt.
Da gibt es doch einen Fall. War es Elias? Da steht jedenfalls im Akt, dass er sein Kind verloren hat und sich noch nicht dazu durchringen konnte, ein neues zu holen.
Ja, genau, daher meine Frage. Es wird also jeder gezwungen, mit 35 Jahren ein Kind zu "bekommen". Aber wenn dieses Kind stirbt, hat der Elter dann plötzlich eine freie Wahl? Das scheint mir etwas seltsam. Vor allem, weil das System ja gerade darauf ausgelegt ist, daß Jeder ein Kind hat, das in seine Fußstapfen tritt. Und wird dieses Kind nicht ersetzt, fehlt ein Besatzungsmitglied für den Rest der Reise. Je nachdem, welchen Beruf der Elter hat, könnte das doch schwerwiegende Folgen haben. Nehmen wir mal an, Stella wäre gestorben und nicht ihr Vater. Bliebe dann im entsprechenden Fall der Posten des Security Chief auf ewig unbesetzt? Oder würde einfach jemand anders zum Security Chief gemacht, der einen weniger wichtigen Posten hat, und dessen Platz bliebe dann unbesetzt? Finde ich irgendwie verwirrend.
Was mir dabei noch einfällt... Ich frage mich, wie es wohl generell mit der Motivation steht in einem System, in dem es praktisch so gut wie keine Aufstiegschancen gibt. Der Beruf / Posten ist ja vorherbestimmt. Egal, wie sehr sich jemand bemüht, er wird nie in der Rangordnung aufsteigen oder seine Situation sonstwie verbessern können. Wozu sich also mehr als unbedingt nötig bemühen?
Oh, ich mag zu gerne auch noch zu den anderen Postings was dazu schreiben. Aber habe jetzt leider keine Zeit dafür. Ich hoffe, ich komme später noch dazu. Ich liebe solche Diskussionen!

Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 17:13
von Kikimora
Naja, kommt drauf an - zumindest besteht ja offenbar die Möglichkeit, den Beruf mit jemand anderem zu tauschen.
Ehrlich gesagt frage ich mich aber auch, welchen Sinn und Mehrwert hätte denn ein Aufstieg? Was will man denn auf so einer Station erreichen?
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 17:36
von Uncoolman
Stella ist durch den Tod ihres Vaters eine Stufe aufgestiegen. Sie ist immer noch Sicherheitsoffizierin, aber mit mehr Befugnissen. Letztlich ist das in der realen Welt auch nicht anders. Aber es stimmt: wo liegt die Motivation? In (dystopischen) SF-Szenarien wird man oft durch Drogen und Privilegien belohnt. Im Kommunismus war es eher nichtmateriell, also Mitarbeiterin des Jahres oder ein Kind mit 100 Bienenpunkten oder so. Zumindestens sollte es irgendeinen Anreiz geben.
Bei Star Trek ist mir das auch nicht klar. Vielleicht mehr freie Zeit auf dem Holodeck?
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 18:17
von SpionAtom
Tja, dieses kapitalistischen Denkweisen funktionieren in Between Horizons nicht mehr. Es gibt schlicht kein Geld.
Es ist von Klassengesellschaft die Rede, etwa bei den Berufen. Oder wenn man die Wohnung von Stella mit einer Wohnung aus dem Wohnkomplex vergleicht, sind deutliche Unterschiede zu erkennen. In seine Klasse/seinen Beruf wird man quasi hineingeboren (bzw. bekommt es sehr früh zugewiesen). Einen Wechsel gibt es nur in Ausnahmefällen. Das ist definitiv ein Makel im System. Menschliche Veranlagungen werden ja nicht unbedingt vererbt. Was soll ein guter Botaniker in der Navigation? Oder ein guter Leader im Maschinenraum? Ich schweife ab...
Es gibt ein Hauptproblem auf einem Schiff: Begrenzte Ressourcen. Begrenztes Essen, begrenzter Treibstoff, begrenztes Personal. Die strenge Regulierung auf dem Schiff hilft, dass es z.B. keine Überbevölkerung gibt, und dass jeder Posten besetzt ist. Etwas mehr Freiraum sollte bei >1000 Menschen aber dennoch möglich sein, denke ich. Das Halten der Bevölkerung hat durchaus positive Effekte: Jeder hat sein Zuhause, jeder hat zu essen, jeder hat eine Aufgabe.
Allein der Wille zum Beitrag leisten in der Gesellschaft ist hier die Motivation, im besten Falle hat man Freude an seiner Aufgabe. Dass es so eine große Krankenstation gibt, inklusive Psychiatrie, zeigt ja, dass man auf Ausfälle vorbereitet ist, und dass man sich um sie kümmert. - Wenn auch manchmal nicht ausreichend, glaubt man Luis.
Nicht alle Probleme auf dem Schiff müssen menschengemacht sein (hier in dieser Geschichte ist es so). Man denke z.B. an äußere Einflüsse wie Asteroideneinschläge. Man stelle sich vor, ein Ausfall eines Systems zwingt die Captain dazu, einen Kurswechsel zu erwägen, und sie bleibt steinhart bei ihrem Kurs. Jede große Reise verläuft nicht 100% nach Plan, Überraschungen gibt es immer und überall. Darum finde ich die gezeigte Captain sehr ungeeignet. Keine Improvisation, kein re-evaluieren der Situation. nur vertuschen und Kurs halten (wie bei Sache mit dem ausgefallenen Navigationssystems).
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 18:37
von Uncoolman
Stellas Appartement ist schon krass riesig. Die hat ja eine 4 Meter hohe Decke wie in einer Berliner Villa...
Auf einem U-Boot besteht das Privileg des "Alten" nur darin, überhaupt eine eigene Kabine und ein eigenes Bett zu haben. Da ist man auf der ISS schon komfortabel bedient...
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 19:25
von Esmeralda
Ich bin dann auch endlich am Ende angekommen.
Grundsätzlich fand ich das Spiel nicht schlecht, sehe aber so einige Rückschritte im Vergleich zu Lacuna, das ich deutlich runder gefunden habe.
Die Handhabung mit den Hinweis-Inventar war umständlich und die wenigen Informationen, die man daraus ziehen konnte, unbefriedigend. Ein offenes Spiel mit tausend Möglichkeiten ist ein interessantes Konzept, aber wenn man nicht die Zeit oder Möglichkeiten hat, das auch mit Leben zu füllen, finde ich es ein wenig witzlos. Die naheliegenden Kombinationen, die keine Antwort einbringen, wurden ja schon erwähnt. Und an manchen Stellen hat die Spiellogik gehakt. Da wollte ich Asher auf ein Thema ansprechen - keine Antwort. Nochmal mit jemand anderem gesprochen, der mir sagt - frag doch Asher. Also latsche ich direkt wieder zurück und bekomme prompt eine Antwort. Keine neuen HInweise, nur der Prompt einer anderen Person, die die Fragemöglichkeit freigeschaltet hat. ARGH- so was ist kein gutes Design.
Die Story fand ich doch ein wenig verworren und überladen mit den parallel agierenden Gruppen/Personen. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wurde einige Personen vorgestellt, die so gar keine Rolle gespielt haben. Wie z.B. der zweite Junge, der ein paar mal auftaucht. Die Chefing des Ethikrates, die ich ab und an gerne auf ein paar Dinge angesprochen hätte. Oder die Kunsttante, deren Geheimnis mir wohl immer verborgen bleiben wird.
Die Rätsel waren dagegen herausfordernder als bei Lacuna. Das war sehr willkommen - aber die Einarbeitung in die Story teilweise doch auch fragwürdig. Die fehlenden Sicherheitsmaßnahmen wurden schon erwähnt, den Code für Medikamente muss ich mir zusammensuchen ohne dass ich technische Möglichkeiten habe, das zu entschlüsseln und Pings werfen nur Drittel-Angaben aus. Als Rätsel fand ich das spaßig, aber ein wenig aufgesetzt war es schon. Ich glaube, wir wurden kein einziges mal bei einer Aussage angelogen - hatten aber selten Gelegenheit, Aussagen mit gefundenen Hinweisen zu untermauern. Da musste man den Leuten einfach glauben und siehe da, das war richtig.
Jetzt muss ich erstmal eure philosophischen Erörterungen nachlesen, damit ich da meinen Senf dazu geben kann.
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 22:43
von SpionAtom
Herzlichen Glückwunsch zum Durchspielen und einen herzlichen Dank für die tolle Spielbegleitung
Esmeralda!
Du hast da echt ein Händchen für! Alle abgeholt, schön die Abschnitte eingeteilt und zusammengefasst, das Server-Such-Rätsel ohne Tipps gelöst. Und dann noch so viele optionale Inhalte entdeckt.

Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 22:50
von Kikimora
Ja, vielen Dank für die Organisation dieses gemeinsamen Playthroughs!
War ja diesmal echt mal was anderes mit diesen unterschiedlichen Enden. Ich habe Lacuna noch gar nicht gespielt, das hat mich natürlich neugierig gemacht, mich dem auch endlich mal zu widmen.
SciFi ist nicht so meins, aber das Setting und die Idee fand ich an sich schon interessant. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass die Entwickler sich hier insgesamt übernommen haben.
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 27.03.2026, 23:55
von DavidMcNamara
Auch von mir herzlichen Dank an
Esmeralda! Ansonsten wäre mir das Spiel vermutlich entgangen und sooo viele P&C-Adventures über Generationenraumschiffe gibt es nun auch wieder nicht
Klar, das Spiel ist nicht perfekt, aber hat mir viel Freude gemacht!
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 28.03.2026, 01:29
von Joey
Sorry, habe gerade ca. eine Stunde geschrieben und dann war alles plötzlich weg. Muß darüber erst mal durchschnaufen.
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 28.03.2026, 02:26
von Joey
Ich danke auch Esmeralda sehr, für den Playtrough überhaupt und so insgesamt und auch speziell für all diese vielen Tips für das Ping-Rätsel. Ich weiß nicht, ob ich dieses jemals sonst geschafft hätte in der Zeit des Raumschiffs, egal zu welchem Planeten es am Ende auch reist.
Aber ansonsten bin ich gerade sehr angepißt. Nicht vom Spiel, sondern von dem AT.

Ich habe gerade über eine Stunde viele Postings kommentiert und meine Sicht auf die Welt in dem Spiel geschildert. Dann abgeschickt... Da bekam ich eine komische Fehlermeldung. Irgendwas mit du darfst nicht.. und dann hab ich aus Panik und Versehen alles weggeklickt. Jetzt bin ich wirklich frustriert und mag das nicht mehr neu schreiben. Alles blöde!

Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 28.03.2026, 08:30
von SpionAtom
Auweia, das ist blöde!
Ich bin dazu übergegangen, längere Posts im Notepad zu schreiben, damit mir sowas nicht passiert. Gerade, wenn ich auch mehrere Posts zitieren will.
Re: gemeinsamer Playthrough: Between Horizons
Verfasst: 28.03.2026, 13:34
von mudge
Dankeschön, Esmeralda.
Gerne wieder
