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Was ich nicht versteh: Antifanadventurehaltung

Verfasst: 26.06.2006, 13:16
von DieFüchsin
Kann mir mal einer erklären, was die Firmen gegen Fanadventures haben?

1. Sie sind meiner Meinung nach doch eine klasse Werbung für die Originale

2. Sie sind nicht kommerziell, dh die Entwickler verdienen kein Geld mit vorhandenen Figuren

3. Sie drücken die Achtung vor den Originalen aus, das Verständnis für die Atmosphäre, die Geschichte und die Charaktere (nun gut, vielleicht nicht immer, aber zumindest sind sie Komplimente)

was spricht gegen diese drei Propunkte?

Verfasst: 26.06.2006, 13:42
von Fightmeyer
Die Punkte, die Du beschreibst, sind eine Seite...
Aber was ist mit Fad-Adventures, die nciht gut gelungen sind. Um nciht zu sagen: Richtig Scheiße sind. Da spielt dann irgendein User "Monkey Island und die Geschichte als er den Schatz fand" oder so ähnlich und das Spiel ist die letzte Scheiße. Also geht er davon aus, daß Monkey Island generell Scheiße ist...

Wobei ich diese bitterernste Haltung der Firmen auch nicht ganz verstehen kann, da ja eigentlich fast ausschließlich sehr alte Adventures ge-fan-adventured werden. Deren Vermarktung ist ja in den meißten Fällen eh schon lange tot.

Verfasst: 26.06.2006, 13:52
von S-Made
Im Fall von LucasArts geht es wohl auch um die Sicherung von Markennamen bzw. Copyrights, da in den USA andere Vorgaben gelten als hierzulande.

Verfasst: 26.06.2006, 14:01
von TheRock
Werden die Spiel nicht trotzdem verboten, wenn Sie ähneln?

Sprich wäre es verboten:

Guybrush Threepwood

Gaibrush Threepwut

zu nennen, seine Hosenfarbe zu ändern
und ihn in nem Spiel namens

Of Course Sponky Island

herumlaufen zu lassen, indem er gegen den allseits gefürchteten

Geistepiraten LeBug

antritt

und von dem

Schädel Murry

und seinem PR Manager

Stanislav

unterstützt wird!

Auch trifft er Benny Faulzehn


und muss

Elisa von Marlon

die

Gouverneurin von Busty Island

retten?!?!

Verfasst: 26.06.2006, 14:24
von Wintermute
S-Made hat geschrieben:Im Fall von LucasArts geht es wohl auch um die Sicherung von Markennamen bzw. Copyrights, da in den USA andere Vorgaben gelten als hierzulande.
Das ist der wesentliche Punkt!
In den USA gibt es die (m.E. blödsinnige) Regelung, daß, wenn jemand eine Sache, die unter Copyright steht, benutzt, und die Firma, die das Copyright besitzt, nicht dagegen vorgeht, diese das Copyright verliert. Und das Risiko geht keine Firma ein. Vivendi hat ja letztendlich das Remake von KQ9 doch noch erlaubt, aber da dies jetzt eine offizielle Regelung (ohne den Namen Kings Quest) ist , ist ihr Copyright gesichert.

Es gab mal ähnliche Diskussionen zu einigen "Star Wars"-Fan-Filmen, die von Lucasfilm eingestellt wurden. George Lucas hatte in einem Interview gesagt, daß ihm persönlich einige der Filme wirklich sehr gut gefallen hätten, er aber aufgrund der Gesetzeslage keine andere Wahl hätte.

Verfasst: 26.06.2006, 14:39
von Fightmeyer
Wasn das für ne bescheuerte Gesetzeslage. Heißt also: Ich bring hier irgendwoe im stillen Kämmerlein was raus, was "Star Wars" heißt. Goerge kriegts nciht mit und nach ner gewissen Frist hab ich automatisch das Copyright auf den namen Star Wars ????

Verfasst: 26.06.2006, 14:51
von Wintermute
Soweit wie ich das verstanden habe, gilt das natürlich nur, wenn bewiesen ist, daß die Firma davon Kenntnis hat und wenn sie nicht rechtlich dagegen vorgeht; das Vorgehen ist entscheidend, nicht der eventuelle Ausgang eines Rechtstreits. Zusätzlich dürften die Landes- und damit Gesetzesgrenzen eine Rolle spielen, wobei das im Internet natürlich etwas schwammig ist.
Das Copyright verfällt außerdem, es geht nicht automatisch an den Nächstbesten über. :wink:

Verfasst: 26.06.2006, 15:12
von Fightmeyer
Ahso. Na dann ist diese Antifanadventurehaltung eigentlich ziemlich gut zu verstehen.

Verfasst: 26.06.2006, 17:32
von DasJan
So wie Wintermute hatte ich das auch verstanden, aber gesicherte Kenntnisse kann ich da als Nicht-Jurist nicht beitragen. Es sind aber längst nicht alle Firmen gegen Fanadventures. Soweit ich weiß war Revolution immer recht angetan von Baphomets Fluch 2.5 und dtp hat die Jungs von Runaway 1.5 unterstützt.

Das Jan

Verfasst: 26.06.2006, 17:37
von LAF
Ist doch gut, das manchen Firmen dafür sind, immerhin freuen sich dann die Fans und arbeiten viel gerne, als wäre es verboten. Auch die das Spiel noch nicht kennen, greifen dann auf der Firmen Original Spielen zu! Ich finde es ist alles etwas lockerer, wenn man Fanadventure zulässt und nicht verbietet, aber wie gesagt das bleibt jeder Firma selbst überlassen! :D

Verfasst: 26.06.2006, 17:41
von Wintermute
DasJan hat geschrieben: Es sind aber längst nicht alle Firmen gegen Fanadventures. Soweit ich weiß war Revolution immer recht angetan von Baphomets Fluch 2.5 und dtp hat die Jungs von Runaway 1.5 unterstützt.
Ja, aber Revolution ist eine britische Firma und dtp eine deutsche. Da sieht die Rechtslage natürlich anders aus! (Ein Fachmann auf dem Gebiet der Juristik bin ich allerdings auch nicht)

Verfasst: 26.06.2006, 17:45
von DasJan
Das mag zusammenhängen, ja :)

Die einzigen Fälle von Firmen, die gegen Fanadventures vorgegangen sind, und die mir gerade einfallen, waren Vivendi und LucasArts. Gab es noch andere Fälle? Vivendi hat inzwischen Agreements mit AGDI und den KQ9-Leuten, LucasArts hat sich bei so bekannten Projekten wie Maniac Mansion Mania oder Indiana Jones and the Fountain of Youth ruhig verhalten, obwohl sie die sicher nicht übersehen haben. Ganz so düster ist die Lage also nicht.

Das Jan

Verfasst: 26.06.2006, 17:55
von subbitus
DasJan hat geschrieben: LucasArts hat sich bei so bekannten Projekten wie Maniac Mansion Mania oder Indiana Jones and the Fountain of Youth ruhig verhalten, obwohl sie die sicher nicht übersehen haben. Ganz so düster ist die Lage also nicht.
Genau das ist ein Punkt, der mich immer etwas verwundert hat, denn konsequent ist was anderes. Also scheint das mit dem Copyright vielleicht doch nicht so hart zu sein?! Oder meint ihr, die warten bis FOY fertig ist und gehen dann gegen an?

Wie weit reicht eigentlich das Copyright, schließt es auch Verfremdungen von Namen mit ein? (Wie z.B. unser Sherman Toothrot)

Verfasst: 26.06.2006, 18:04
von DasJan
subbitus hat geschrieben:Genau das ist ein Punkt, der mich immer etwas verwundert hat, denn konsequent ist was anderes.
Solange sie nichts dazu sagen, können sie vielleicht noch sagen, dass sie davon nix gewusst hätten. Keine Ahnung, wie das da rechtlich aussieht und ob das einen Einfluss hat. Wann war denn der letzte LucasArts-Fall? War das damals diese MI-Parodie-Reihe? Vielleicht war ihnen das einfach zu schlecht und sie haben es als geschäftsschädigend angesehen...

Das Jan

Verfasst: 26.06.2006, 18:11
von Aventureguy
subbitus hat geschrieben:
DasJan hat geschrieben: LucasArts hat sich bei so bekannten Projekten wie Maniac Mansion Mania oder Indiana Jones and the Fountain of Youth ruhig verhalten, obwohl sie die sicher nicht übersehen haben. Ganz so düster ist die Lage also nicht.
Genau das ist ein Punkt, der mich immer etwas verwundert hat, denn konsequent ist was anderes. Also scheint das mit dem Copyright vielleicht doch nicht so hart zu sein?! Oder meint ihr, die warten bis FOY fertig ist und gehen dann gegen an?
Wer weiß, aber dann würde es mich bei MMM schon wundern, dass LucasArts noch nicht dagegen vorgegangen ist, liegt aber vielleicht auch daran, dass es schon zuviele Autoren von Episoden gibt und es vielleicht zu kostspielig wäre gegen alle vorzugehen.
Ist es nicht auch eigentlich nach dem US-Gesetz so, dass durch den vermehrten Verstoß gegen das Copyright und keinem Eingreifen des Inhabers das Copyright auch schon abgesprochen werden kann? Dann hätte LucasArts wohl schon längst die Rechte an Maniac Mansion und seinen Charakteren verloren (Maniac Mansion Deluxe + schon 55 MMM-Episoden sind doch schon 56 Verstöße, oder?! So oft wie Bernard&Co. in den Spielen benutzt wurden...)